„Unser CFO hat revenutechnisch zurzeit zero visibility“ solche und andere unverständliche Sätze kommen aus dem Beratersprech, eine humorvolle Überspitzung der Ausdrucksweise von Managern und Unternehmensberatern. Bei Facebook amüsieren sich zum Beispiel gut 13.000 Menschen über die wirtschaftliche Fremdsprache. Beratersprech scheint also den Zeitgeist in irgendeiner Form zu treffen.
In der Wirtschaft geht der Trend immer mehr hin zu einer Sprache, die für Laien nicht mehr nur unverständlich, sondern einfach nur noch lächerlich ist. Doch nicht nur bei Managern hat sich eine Fachsprache zu einer Geheimsprache entwickelt. Wenn mein PC mal wieder spinnt und ich ihn zum Computergeschäft trage, habe ich oft das Gefühl der Mann hinter der Theke spricht fliesend Japanisch aber kein Deutsch mit mir. Selbst wenn ich den Verkäufer im Plattenladen einfach nach dem Song aus dem Radio frage, bekomme ich eine Welle aus Fachausdrücken um die Ohren das mir nur so die Fragezeichen um den Kopf schwirren.
Für mich ist Beratersprech ein eindeutiges Zeichen von fehlenden Softskills. Diese Leute haben zwar einiges an Fachwissen, aber nicht die nötigen Softskills um diese allgemein verständlich auszudrücken. Solange man nur mit anderen Fachleuten seines Gebiets kommunizieren muss ist das sicher kein Problem, aber bei welchem Fachgebiet ist das schon so? Es läuft immer darauf hinaus, dass man auch komplizierte Dinge mit Kunden, Lieferanten, Anwendern, Klienten, Auftraggebern, oder schlichte Laien besprechen muss. Genau deshalb hat man sich im Grunde auch seinen Fachkenntnisse angeeignet, um nicht Fachkundigen als Experten zur Seite zu stehen. Das kann man allerdings nur so gut wie man auch mit ihnen kommunizieren kann.
Also wer wird wohl mehr Erfolg haben? Der der sich in seinem Gebiet gut auskennt oder der der sich in seinem Gebiet gut auskennt und auch die nötigen Softskills hat, damit jeder versteht wie gut er sich auskennt?
Gruß Tobias
